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Geschichte des
mindestens 180 Jahre alten Fachwerkhauses im ehemaligen Köhler- und Waldarbeiterdorf Benfe.
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Blick von der “Birkenhecke” (659m) auf Benfe
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Der Ort Benfe ist erstmals zu Beginn des 18. Jahrhunderts
urkundlich erwähnt. Frühere Erwähnungen von Benfe beziehen sich nur auf Grenzbeschreibungen, denn damals war die Gegend noch unbesiedelt. Jedoch war das Gebiet um Benfe schon Jahrhunderte vorher wegen seines Wildreichtums ein beliebtes Jagdziel der Grafen zu Wittgenstein.
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1713 siedelte sich Johann Jost Hippenstiel als erster im Bereich des heutigen
Benfe an. Der Impuls zur Besiedlung des obersten Benfetales dürfte von den beiden Eisenhämmern in Ludwigseck gekommen sein. Zum
Betrieb dieser war Holzkohle nötig. Insofern dürften auch die ersten Siedler Köhler gewesen sein, die ihrem beschwerlichen, aber
auch traditionsreichen Handwerk in den Wäldern um Benfe nachgingen.
Ungezählt sind auch die Fuhrwerke, die über
Jahrhunderte die Holzkohle in Richtung Siegerland transportierten.
Nach und nach folgten andere Siedler dem Beispiel von
Johann Jost Hippenstiel und vergrößerten so das Dorf.
Rechts im Bild: Die alte Kohlenstrasse bei Benfe in Richtung Ederquelle.
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Der Graf zu Wittgenstein ließ den Siedlern
Bauholz anweisen und teilte ihnen eine Fläche zu, die sie bebauen und auch landwirtschaftlich nutzen konnten. Als Siedlungsanreiz in der kargen und rauhen Gegend erhielten sie eine dreijährige Befreiung von Steuern und Abgaben. Danach wurde eine wiederkehrende Steuer, der so genannte CANON erhoben, weswegen man die Neusiedler Kanonisten nannte. Die Ortschaft Benfe wuchs weiter.
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Der Kohlenmeiler in Benfe ist der bisher einzige in Wittgenstein. Alle 5 Jahre
erinnert der Heimatverein Benfe an die Jahrhunderte alte Köhlertradition des Dorfes.
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Gäste sind hierzu ganz herzlich eingeladen!
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Jörges Haus entsteht.
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Fraglich ist, ob das jetzige Wohnhaus über 180 Jahre oder über 220 Jahre alt ist. 1781 lässt George Althaus aus Erndtebrück sein Fachwerkhaus
in Benfe aufschlagen. Benfe Nr. 5 (Hausname "Schlefe" bzw. " Jörges") entsteht. Im Heimatbuch Erndtebrück wird erwähnt, Zimmermeister
Georg AMOS aus Bernshausen habe das Bauwerk errichtet. Ein Beleg für diesen Zimmermann liegt mir jedoch bisher nicht vor. Später vorgefundene Inschriften
weisen auf den Zimmermeister Christian Stöcker aus Erndtebrück hin.
Die frühere Bezeichnung "Benfe No. 5" in den Abgabenlisten weist schon darauf hin, dass es als fünftes Haus mit zu den ältesten Anwesen
des Dorfes gehört. Der Hausname "Schlefe" leitet sich von der Lage der Sohlstätte ab, die an einer Wegschleife liegt, während der andere Hausname
"Jörges" bzw. "Jörjes" direkt auf den Erbauer des Hauses bzw. seine Nachkommen hinweist. Nach mündlicher Überlieferung war die alte
Scheune, die etwas unterhalb des heutigen Wohnhauses steht, das erste Haus von George Althaus. Dort haben Mensch und Vieh einträchtig zusammen gelebt,
zumindest 52 Jahre lang....
Das Haus wurde 1833 " erneuert". Der Anlass der "Erneuerung" ist unbekannt. Wahrscheinlich war es ein Schadensfall ( Feuer
etc.). Fraglich ist auch, ob das heutige Gebäude neu gebaut oder nur verändert worden ist. Möglicherweise sind die Grundmauern, die beiden Kellerräume und der
Hausbrunnen bereits im ersten Bau vorhanden gewesen und man hat "nur" unter Verwendung des zum Teil noch vorhandenen Baumaterials neu aufgeschlagen.
Auf jeden Fall wurden bei der Restaurierung des Wohnhauses die originalen Inschriftbalken des alten Hauses von "Jörges" gefunden und
sichtbar gelassen. Inschriftbalken werden traditionsgemäß im ersten Stock ( die Mittelschwelle oberhalb der Haustür etc.) oder darüber eingebaut. Eiche-Balken
waren und sind teuer. Deswegen wurden gut erhaltene Balken bei einem Abbruch wieder verwendet. So auch in diesem Haus. Schade, dass die Inschriften nur
noch senkrecht zu lesen sind. In der früheren "Räucherkammer " steht ein solcher senkrechter Balken mit der Inschrift:
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Die Fortsetzung der Inschrift findet sich auf einem senkrechten Balken am Eingang zum heutigen Badezimmer:
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Leider hat man die Jahreszahl beim Einbau des Balkens im Jahre 1833 schlichtweg abgeschnitten. Markant ist auch die Inschrift, die wir bei der
Restaurierung des Fachwerks auf der Mittelfette zur Dorfstrasse hin gefunden und freigelegt haben:
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Das Anwesen von "Jörges" war von 1781 an
über 205 Jahre lang ununterbrochen im Besitz der Familie Althaus. 1986 wurde aus der ehemaligen Hofreite ein 1010 m² großes Grundstück abgegrenzt und das Wohnhaus mit Garten an die Familie Bald verkauft. Die alte Scheune und das Backhaus sowie eine größere landwirtschaftliche Fläche verblieb im Besitz der Familie Althaus.
Nach einer ebenso behutsamen wie gründlichen Sanierung des alten Bauernhauses diente es über viele Jahre als Wohnsitz der Familie Bald. Seit 2001
nutzen wir das Objekt als Ferienhaus und bieten es für Rothaarsteigwanderer und andere Interessierte an, die das gemütliche Ambiente eines alten Fachwerkhauses
schätzen. In 2007 konnte ein Vorkaufsrecht auf das nebenan liegende 1061 m² große Grundstück
realisiert werden, auf dem Backhaus und Scheune sowie drei unter Denkmalschutz stehende, mächtige Eschen stehen. Damit konnte die alte Einheit des Hofes wieder hergestellt werden. Wir haben den Ehrgeiz, die alten Ortsbild prägenden Gebäude zu erhalten und ihnen wieder ein Stück Würde zurück zu geben.
Dieser Bericht wurde verfasst von Dieter Bald
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